
Manche Leuchten entfalten ihr komplettes Potential, wenn sie nicht nur an- oder ausgeschalten werden, sondern auch zusätzlich gedimmt werden können, um je nach Stimmung auch die Lichtstimmung und Helligkeit anzupassen. Zudem lässt sich über eine dimmfähige Leuchte bei gleichzeitiger Wahl der LED-Lichtfarbe von tunable white oder RGB auch die Lichtfarbe anpassen. Dimmung ist ein wichtiges Element der Lichtplanung.
Bei Leuchten gibt es eine Vielzahl verschiedener Dimmvarianten, wie DALI, CASAMBI, 0-10V uvm. Wir bieten Ihnen nachfolgend einen Überblick, wie die Dimmarten heißen, deren Anwendungsgebiete, was sie können und welche Voraussetzungen bauseitig dafür gegeben sein müssen.
Das Leuchten-Produktportfolio von SATTLER bietet einen breiten Spielraum dimmfähiger Leuchten, je nach Kunden- und Einsatzwunsch . Bei Verwendung von digitalen Dimmarten (DALI oder CASAMBI) sind beispielsweise verschiedene Lichtszenen individuell programmier- und realisierbar, um verschiedene Atmosphären im Raum zu schaffen und über "Knopfdruck" einfach anzuwählen.
Aspekte, die für dimmfähige Leuchten sprechen:
- Helligkeitssteuerung: Regulierung der Lichtmenge, um die Helligkeit an die Stimmung oder den Bedarf anzupassen
- Einfluss auf Atmoshpäre & Wohlbefinden
- Steuerung der Lichtfarbe, erforderlich bei tunable white oder RGB
- Voraussetzung für die Umsetzung von HCL - Humanc Centric Lighting Gesichtspunkten
- Energieeffizienz & Nachhaltigkeit: Durch Dimmung kann der Energieverbrauch gesenkt und die Lebensdauer der LED erhöht werden.
Dimmvarianten im Standard bei SATTLER Leuchten
- Ohne Dimmung = An/Aus
- 0-10 V dimmfähig
- DALI dimmfähig
- CASAMBI dimmfähig
- Gestendimmung
- Push-Dim / Touch-Dim/ Push Button for dimming / Druckknopf zum Dimmen
Weitere Dimmarten für Leuchten & Lampen
- Phasenan- und Phasenabschnittsdimmung wie TRIAC
- ENOCEAN
Kennzeichnung der Dimmvarianten in unseren Datenblättern über einen zweistelligen Code. Dimmvarianten, die nicht im Standard auf den Datenblätter von SATTLER zur Auswahl angezeigt werden, bei Bedarf bitte anfragen. Im nachfolgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick welche Dimmart was bedeutet um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.






Anwendung von analog vs. digital
Wann verwendet man am besten analog, wann digital? Wir empfehlen für B2B-Kunden auf jeden Fall eine digitale Lösung. Oftmals wird die Dimmart durch bereits vorhandene bauliche Situation vorgegeben oder beinflusst.
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1. Komplexität
- < 5 Leuchten => analog reicht oft
> 10–20 Leuchten => digital fast immer sinnvoll
-
2. Flexibilität
späterer Umbau auf digitale Steuerung ohne Veränderung des Kabels → digital -
3. Nutzererlebnis
„Ein Knopf = ein Licht“ → analog
„Szenen / Atmosphäre / Automatik“ → digital -
4. Kosten vs. Nutzen
- Digital: teurer am Anfang, aber langfristig effizienter
Häufige Fehlerquellen:
- Grund für Flackern / schlechten Dimmbereich <= Analoge Dimmung bei hochwertigen LED-Leuchten
- Nachrüstung teuerer als digitale Planung von Beginn an
- Chaos in der Steuerung <= Systeme mischen ohne Konzept
Analog ist eine einfache und günstige Lösung ohne große Steuerlogik. Dimmung erfolgt über Spannungsänderung oder Phasenanschnitt/-abschnitt.
Digital lohnt sich dort wo mehr Flexibilität benötigt wird, mehr Kontrolle, mehr Komfort, bessere Skalierbarkeit.
Es sollten einige Voraussetzungen gegeben sein um digitale Steuerung zu nutzen.
Analoge Dimmung (klassisch & einfach)
Funktionsweise:
Die Helligkeit wird über eine kontinuierliche elektrische Größe gesteuert, d.h. über Spannung (z. B. 1–10 V) oder Phasenanschnitt/-abschnitt (230V). Keine Farbsteuerung möglich. Gemeinsames einheitliches Dimmen aller Leuchten, die auf einer Steuerleitung angeschlossen sind.
Analoge Dimmarten:
- Phasenanschnitt / Phasenabschnitt (230V) → klassischer Wanddimmer
- 1–10V Schnittstelle → separate Steuerleitung mit Spannungssignal
Eigenschaften:
- Einfach und kostengünstig
- Direktes Signal (z. B. Spannung bestimmt Helligkeit)
- ohne „Intelligenz“ im System
- Jede Leuchte reagiert einzeln auf das Signal
- Wenig flexibel
- Anfällig für Störungen bei langen Leitungen
- Keine Rückmeldung vom Leuchtmittel/ vom System (kein Status, kein Feedback)
Typische Probleme:
- Flackern bei LED (wenn nicht sauber abgestimmt)
- Eingeschränkter Dimmbereich
- Keine Szenen oder Automatisierung
Analoge Dimmung sinnvoll einsetzen:
- Kleine Projekte (Wohnbereich, einfache Büros)
- Kleine bis mittlere Installationen
- Klassische Bedienung (Drehdimmer)
- nur einfaches Dimmen benötigt, Keine Szenen oder Automatisierung erforderlich
- Bei Bestandsanlagen, die bereits analog arbeiten
- Geringes Budget
Digitale Dimmung (modern & vernetzt)
Funktionsweise:
Hier erfolgt die Steuerung über digitale Signale (Datenprotokolle), oft über einen Bus. Jede Leuchte kann individuell einzeln oder auch als Gruppe angesprochen werden. Dimmung der Helligkeit und Farbsteuerung möglich.
Digitale Dimmarten (Beispiele):
- DALI (Bussystem)
- Casambi (Funksteuerung)
Eigenschaften:
- Etwas höhere Kosten und Planungsaufwand
- Jede Leuchte ist einzeln adressier- und steuerbar
- Szenen, Gruppen, Zeitsteuerung möglich
- Sehr präzises Dimmen (auch bei LED)
- Sehr flexibel und erweiterbar
- Szenen, Zeitpläne und Automatisierung möglich
- Weniger störanfällig bei größeren Systemen
- Rückmeldungen verfügbar (z. B. Status, Fehler)
Risiken:
- Höhere Planungskomplexität
- Abhängigkeit von System (z. B. DALI vs. Casambi Entscheidung)
Digitale Dimmung sinnvoll einsetzen:
- Große Gebäude & professionelle Projekte (Büros, Industrie, öffentliche Gebäude, Architektur, Hospitality)
- Bei komplexen Beleuchtungssystemen / Viele Leuchten / große Flächen
- Wenn Lichtszenen & flexible Nutzung, Automatisierung oder Smart Building gewünscht sind
- Wenn Zukunftssicherheit wichtig ist
- Energieeffizienz & Smart Building wichtig
- Bereits ein System in der Gebäudetechnik vorhanden
Good-to-Know:
Denkmalgeschützte oder/und Historische Gebäude:
- hier darf an der Gebäudestruktur häufig nichts verändert werden, aber es liegen nur alte Leitungen vor.
- Hier empfiehlt sich bspw. eine digitale Funksteuerung.
Tabellarische Übersicht einzelner ANALOGER & DIGITALER Dimmarten
ANALOG
Grundfunktion
Bedienmöglichkeiten
Voraussetzung am Anschluss
Programmierung erforderlich
Anbindung KNX möglich
Teilnehmer pro Netzwerk
Anwendungsbereiche
1-10V/0-10V
Analog - Dimmen
- An/Aus über Lichtschalter
- Dimmen mit Potentiometer
Zuleitung 0-10V 3-adrig + separate Steuerleitung
Nein
Ja mit
KNX to 1-10V/0-10V-Gateway
1 Teilnehmer
- Privates Wohnen
- Kleines Büro
- Einzelräume
(TRIAC/) PhasenAN- & ABschnittdimmung
Analog - Dimmen
- An/Aus über Lichtschalter
- Dimmen mit Triac
Zuleitung 3-adrig
Nein
Ja mit
KNX to Triac-Aktor
1 Teilnehmer pro Kanal
- Privates Wohnen
- Kleineres Büro
- Einzelräume
- Altbau, Sanierung
DIGITAL
Grundfunktion
Bedienmöglichkeiten
Voraussetzung am Anschluss
Programmierung erforderlich
Anbindung KNX möglich
Teilnehmer pro Netzwerk
Anwendungsbereiche
DALI
- Dimmen und Schalten
- Tunable white / RGB
- Lichtschalter
- Touchpad
- Lichtsteuerungs-systeme
- Präsenzmelder
- Automatiksteuerung
Zuleitung 5-adrig
JA
durch Programmierer
Ja mit
KNX to DALI-Gateway
64 Teilnehmer, 16 Gruppen
- Privates Wohnen
- Größere Büros
- Größere Räume
CASAMBI
- Dimmen und Schalten
- Tunable white / RGB
- An/Aus über Lichtschalter
- APP (Smartphone)
- Bluetooth-Schalter
Zuleitung 3-adrig
JA
durch Anwender
Ja mit
KNX to Casambi gateway
125 Teilnehmer
- Privates Wohnen
- Kleine Messe
- Historische Gebäude
- Kleineres Büro
- Einzelräume
DIGITAL
Grundfunktion
Bedienmöglichkeiten
Voraussetzung am Anschluss
Programmierung erforderlich
Anbindung KNX möglich
Teilnehmer pro Netzwerk
Anwendungsbereiche
DMX
- Dimmen und Schalten
- Tunable white / RGB
- An/Aus über Lichtschalter
- Lichtsteuerungssysteme
- Automatiksteuerung
Zuleitung 3-adrig + Steuerleitung
JA
durch Programmierer
Ja mit
KNX to DALI-Gateway
32 Teilnehmer bei KNX-Gateway
512 Teilnehmer bei reinen DMX- Steuerungen
- Messe
- Veranstaltungsräume
- Bühnen
Enocean
- Dimmen und Schalten
- Tunable white / RGB
- An/Aus über Lichtschalter
- Funk-Schalter
Zuleitung 3-adrig
Nein ein Taster ist programmiert
JA durch Programmierer
bei komplexen Projekten
eingeschränkt
Bis zu 4 pro Schalter
- Privates Wohnen
- Historische Gebäude
- Kirchen
- Einzelräume
- Nur 3-adrige Zuleitung
Weiteres zu ausgewählten Dimmvarianten
CASAMBI
CASAMBI - Lichtsteuerung erlaubt eine stufenlose Regulierung der Helligkeit via Bluetooth durch die App beispielsweise auf dem Mobiltelefon oder Tablet oder einen drahtlosen Casambi-Schalter. Überall einsetzbar, unabhängig von den technischen Gegebenheiten ist auch die Ansteuerung mehrerer Leuchten als Gruppe möglich.
DALI
DALI (Digital Addressable Lighting Interface) ist ein standardisiertes, digitales Bussystem zur intelligenten Beleuchtungssteuerung in der Gebäudeautomation.
Mit einer DALI-Dimmung kann man Leuchten oder Leuchtengruppen steuern. Dabei können komplette Lichtszenen programmiert werden, welche wiederum auf Bewegungs- und Lichtsensoren reagieren um eine effiziente Tageslichtabhängige Steuerung ermöglicht. Voraussetzung ist eine bauseitig vorhandene Gebäudesteuerung.
- 64 Adressen für DALI-Treiber
- 64 Adressen für Steuergeräte
- 16 Szenen für DALI-Treiber
- 16 Gruppen für DALI-Treiber
- 16 (DALI) /32 (DALI2) Gruppen für Steuergeräte
Die nächste Generation DALI2 bietet zusätzlich zu Funktionen von DALI folgendes:
- Beheben von Fehlern und Lücken in "V1" (Kommunikation über "application controller" zur Kollisionserkennung und Überwachung
- Neue Befehle und neue Funktionen: Überblendzeit, Einschalthelligkeit, Energiedaten
- Steuergeräte (standardisiert): Verpflichtende Zertifizierung für Hersteller
- Verpflichtende Zertifikation => Verbesserte Interoperabilität von Produkten verschiedener Hersteller
- Es steuert bis zu 64 DALI-Teilnehmern in bis zu 32 Gruppen anstatt bisher nur 16 Gruppen.
TRIAC
TRIAC - Der gebräuchlichste Dimmer in Privat-Gebäuden ist der Phasen- AN/ABschnitt-Dimmer TRIAC. Dies rührt vorallem daher, dass in älteren Gebäuden häufig noch 3-adrige Leuchtenleitungen vorliegen und TRIAC damit kompatibel ist. Es handelt sich bei der Phasenan- & Phasenabschnittdimmung um eine klassische ausgereifte Art analog zu dimmen. Es kommt zum verzögertenStromfluss durch "abschneiden" der vorderen oder hinteren Flanke der Wechselspannung.
Diese alten TRIAC-Dimmer-Modelle sind nur teilweise mit neuen Leuchten kompatibel, bieten begrenzte Möglichkeiten bei Modernisierungswunsch und erlauben nur einfaches Dimmen, nicht aber die zusätzliche Regelung der Farbtemperatur.
Besondere Dimmvarianten
Nachfolgende Dimmungen sind nur in ausgewählten SATTLER-Leuchten verfügbar.
Push-Dim
Durch kurzes Drücken eines integrierten Schalters (Push-Dim) wird das Licht an-/ausgeschaltet, durch ein längeres Berühren wird die Leuchte gedimmt. Diese Dimmvariante eignet sich besonders für Steh- und Tischleuchten.
Gesten-Dimmung
Bei der Gesten-Dimmung genügen einfache Handbewegungen vor dem Sensor, um das Licht zu steuern.
"Wink mal"
An/Aus/ weniger Licht / Änderung Lichttemperatur/-farbe bei tunable white.
Die Pendelleuchten der PALITO Produktfamilie sind auch mit Gesten-Dimmung /-Steuerung erhältlich:
Welche Dimmfähigkeit Ihre gewählte Leuchte mitbringen darf entscheiden Sie selbst. Wählen Sie vom Datenblatt der Leuchte. Die meisten unserer Lampen bieten eine breite Auswahl an verschiedenen Dimmarten. Auf Anfrage sind auch weitere verfügbar, die wir aktuell aus dem Standard genommen haben, da sie unüblicher geworden sind, aber zögern Sie nicht und fragen Sie beispielsweise nach Enocean.
FAQ-Bereich
Häufige Fragen zu Dimmarten und dimmbaren Leuchten
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Dimmen bedeutet, die Helligkeit einer Leuchte stufenlos anzupassen. Dabei wird entweder die elektrische Leistung oder ein Steuersignal verändert, um die Lichtintensität zu reduzieren oder zu erhöhen. Moderne LED-Leuchten nutzen dafür spezielle Dimmverfahren wie analoge oder digitale Steuerungssysteme.
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Nein. Nicht jede LED-Leuchte ist dimmbar.
Wichtig ist:- die Leuchte muss als „dimmbar“ gekennzeichnet sein
- Dimmer und Treiber müssen kompatibel sein
Besonders bei analogen Dimmern kommt es häufig zu Problemen.
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Bei der analogen Dimmung wird die Helligkeit über eine Spannungsänderung geregelt. Jede Leuchte reagiert direkt auf dieses Signal.
(Dimmarten bspw.: TRIAC, 0-10 V)
Digitale Dimmung hingegen sendet konkrete Befehle an einzelne Leuchten. Dadurch lassen sich Lichtgruppen, Szenen und Automationen steuern. Digitale Systeme sind flexibler und präziser, besonders bei LED-Beleuchtung. Zudem kann meist neben Helligkeit auch die Farbtemperatur gesteuert werden.(Dimmarten bspw.: DALI, CASAMBI)
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Teilweise ja, aber:
- Erfordert passende Steuergeräte / Gateways
- Planung sollte durch Fachleute erfolgen
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Achte auf:
- Leuchtmitteltyp (LED, Halogen etc.)
- Dimmverfahren (Phasenabschnitt etc.)
- Leistung (Watt)
- Herstellerfreigaben
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Ja, aber:
- Leuchte muss dimmfähig sein
- Dimmer muss zur Leuchte passen
- Installation sollte von einer Fachkraft geprüft werden
- Bei LEDs unbedingt kompatiblen Dimmer wählen
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Die Leuchte dimmt ohne sichtbares Flimmern – wichtig für:
- Büros (Ergonomie)
- Videoaufnahmen
- Hochwertige Beleuchtung
- Flickern ist ein Gesundheitsrisiko. Es kann epileptische Anfälle auslösen und sich schlecht auf das menschliche Herz auswirken.
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Flackern entsteht meist durch:
- ungeeignete Dimmer (z. B. alte Phasenanschnittdimmer)
- nicht kompatible Treiber
- schlechte Abstimmung zwischen Leuchte und Steuerung
Digitale Systeme wie DALI bieten in der Regel ein deutlich stabileres und flimmerfreies Dimmverhalten. -
Ja. Immer mehr private Haushalte nutzen digitale Dimmverfahren. Bzw. haben ein Smart-Home. Die Installationen sollten von erfahrenen Fachleutenvorgenommen werden und ist am besten bereits beim Neubau mit zu beachten. Viele nutzen beispielsweise eine DALI-Dimmung.
Als einfachste und bequemste Lösung für private Nutzer empfehlen sich CASAMBI-dimmfähige Leuchten und die entsprechende CASAMBI-Steuerungs-App für das Smartphone oder Tablet zu nutzen.












